
Foto Malte Godglück: Neapel Piazza del Gesu , benannt nach der Kirche Gesù Nuovo, deren Geheimnis erst vor einigen Jahren entschlüsselt wurde.https://www.portanapoli.de/neapel/piazza-del-gesu-nuovo. Die nach Rom und Mailand drittgrößte Millionenstadt zählt an die 500 Kirchen.
Der verbrannte Geist der Renaissance
Neben dem Historiker Giambattista Vico und dem zugezogenen Geschichtsphilosophen Benedetto Croce, der das 19. und 20. Jahrhundert prägte, ist Giordano Bruno (geboren in Nola nahe Neapel) der berühmteste Sohn der Stadt, sofern man es mit Philosophen hält. Am 17.2. 1600 wurde Giordano Bruno für seine Überzeugungen (die sich als richtig herausstellten) als Häretiker verbrannt./ verbrannt. Er ist der Kopernikus Italiens, der postuliert: das Universum ist unendlich. Gott ist selbst das All, aber kein Demiurg, kein Schöpfergott. Darin klingt Spinozas Gott ist die Natur und sonst nichts bereits an.
Sein Wert, häufig als Materialismus (da er den Kosmos als Prinzip der Expansion und der Kontraktion bezeichnet), ist nicht hoch genug zu schätzen, da Bruno viele Künstler, Maler und auch Literaten in Italien inspirierte Unabhängig von seinem Märtyrertums nach dem päpstlichen Bann und Anklage der Häresie – Verhaftung 1592 in Venedig, acht Jahre Folter und Gefängnis, meist auf der Engelsburg in Rom. bleibt es sein Verdienste, für eine unpopuläre Haltung bestraft zu werden. Bruno steht für den Aufbruch in eine neue Zeit, aus meiner Sicht nicht mehr mit der Renaissance zu verbinden, obschon sie die Aufklärung initiiert und sein Tod 1600 die Epoche des Barock markiert.
Der von Kant und damit dem deutschen Idealismus ausgehende Schopenhauer, heute selbst als Materialist (da er sie prima substantia nennt) bezeichnet, sah in Bruno stets einen „Helden der Wahrheit“ (aus: „Parerga und Paralipomena“, Aphorismen zur Geschichte der Philosophie der für seine Überzeugungen, insbesondere die unendliche Natur des Universums und die Existenz vieler Welten, mutig einstand und dafür das Märtyrertum erlitt, worin Schopenhauer ein Beispiel für die leidenschaftliche Wahrheitsliebe und für den unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Wahrheit durch Befreiung von Vorstellung erkannte, die auch er selbst vertrat und die ihn in Opposition zum Dogmatismus brachte. An einen Gott als reine Materie wollte niemand glauben.
Zahlreiche Philosophen haben Giordano Bruno zitiert und wurden von seinem Denken beeinflusst, darunter Leibniz (Übernahme des Monaden-Begriffs), Spinoza (Gott ist die Natur oder er ist nichts), Schelling (Naturphilosophie, Physik als Grundlage zur Metaphysik) , Goethe („Ephemeriden von 1770“) und Nietzsche (Religionskritik) Auch der frühe Materialismus von Friedrich Engels bezog sich auf Bruno, während die Giordano-Bruno-Stiftung ihn als Namensgeber und Inspiration für die Aufklärung und den Humanismus nutzt. Vor allem steht er für jene von Sokrates begründete Tradition, für seine Überzeugung und Haltung Verbannung oder Tod auf sich zu nehmen.
Brunos Kernaussage in „Das Aschenmittwochsmahl“ (dem in Londoner Exil verfassten La cena de le ceneri), 1583, ist: Gott ist das All, nicht seine Schöpfung. Er ist reine Materie, aus der alles entsteht. Er steht damit für für die leidenschaftliche Wahrheitsliebe und den unerschütterlichen Glauben an die Kraft der Wahrheit sah, die er selbst vertrat und die ihn in Opposition zu dogmatischer Metaphysik brachte. Seine Schriften trugen dazu bei, dass Lichts ins Dunkel seiner Epoche kam. Einen Überblick über alle seine Werke liefert https://meiner-elibrary.de/book-series/35/giordano-bruno-werke

Foto Malte Godglück: Neapel, monumento a Giovanno Nicotera,, einem in Kalabrien 1818 geborenen Patroten des Jungen Italiens und Politiker des 19. Jahrhunderts. https://de.freepik.com/fotos-premium/skulptur-die-dem-italienischen-politiker-und-patrioten-giovanni-nicotera-auf-der-piazza-vittoria-in-neapel-italien-gewidmet-ist_89141847.htm
Asche und viele Sonnen
Zentraler Gedanke im „Aschenmittwochsmahl“ ist: . „Es gibt einen unendlich enthaltenden Raum, der alles umfängt und durchdringt „.(zitiert aus: Über das Unendliche, das Universum und die Welten“) ein Dialog, in dem Bruno seine revolutionären kosmologischen Ideen darlegt. Darin kann man eine Evolutionstheorie Darwins sehen oder wie Bloch eine gesellschaftliche Utopie, zumindest einen Widerspruch zum päpstlichen Dogmatismus (Unfehlbarkeitsdoktrin). Fortschrittlich und wegweisend war Bruno in jedem Fall. Der Volltext steht online unter https://www.projekt-gutenberg.org/bruno/aschermi/chap010.html Heilige hielt er für Unfug und das Anbeten der Madonnen ebenso wie Hexenglaube für Aberglaube. Folter für Barbarei im Namen des Christentums.
Ernst Bloch deutet Bruno als einen „philosophischen Minnesänger der Unendlichkeit“ und einen Vorreiter der neuzeitlichen Naturphilosophie, der mit seiner Idee eines unendlichen, sich selbst produzierenden Kosmos (natura naturans) eine utopische, „in-Möglichkeit-seiende“ Perspektive vertrat, die über die geschlossene Welt hinausging und die Materie als Quelle dialektischer Entwicklung und Hoffnung begriff – eine Sichtweise, die Bruno zum Ketzer machte, bei Bloch aber als wegweisend für die progressive Utopie und den historischen Materialismus gilt. Zugespitzt: die Erde dreht sich um die Sonne (Heliozentrismus) und dies ist keine Frage des Glaubens, sondern des Wissens. Brunos Werk „La cena de le ceneri“ (1583) fasst Kopernikus und Kepler in einen satirischen Dialog. Darin erklärt er die Schöpfung als Märchen und einen Urknall als Ursache von allem.
Die Thesen: Das Universum ist unendlich. Es gibt mehrere Sonnen und kein Ende im Universum, da Gott nur ausgedehnte Materie und zugleich unendlich ist. Bruno: „Die Zeit nimmt alles und gibt alles, alles wandelt sich, aber nichts wird vernichtet“ – einzig Gott selbst erhält sich gleich als Prinzip des Einen und bleibt unverwandelt. Das Universum wächst und verändert die Lage seiner Planeten; es ist instabil wie die Materie, die sich auch kontrahiert oder extrahiert. Bruno verfasst eine philosophische Kosmologie in Form eines an Platon angelegten Dialogs (Streitkultur) , der die kirchlichen Lehren herausfordert und Beweiskraft einfordert. Der päpstliche Bann traf ihn noch als junger Mann. Es begann die Welt des Reisens für den Freigeist und gegenläufigen Widerspenstigen.
„Das Aschermittwochsmahl“, im englischen Exil geschrieben und veröffentlicht, bildete den Auslöser seiner Verfolgung, durch den päpstlichen Bann Clemens VIII (einem geborenen Aldobrandini aus Florenz, der verletzlich für seine Festnahme und seinen Tod verantwortlich zeichnete. u.a. übertrug er im „Aschermittwochsmahl“ das Werk von Johannes Kepler „Harmonices Mundi“ (Die Harmonien der Welt), dessen Musik- und Astronomie-Theorien er aufgriff.
Am Ende stand die öffentliche Verbrennung bei lebendigem Leib von Bruno auf dem Campo de‘ Fiori liegt im Herzen des historischen Zentrums von Rom, heutiges Stadtviertel Parione, östlich des Tibers, zwischen der Piazza Navona und der Piazza Farnese. Der Platz der Blumen ist bekannt für seinen lebhaften täglichen Markt sowie das abendliche Nachtleben. Unter den Schaulustigen seiner Hinrichtung befand sich u.a. der Maler Michelangelo di Mersi, der sich nach seinem Geburtsort Caravaggio nannte und der das Ende der Renaissance auf bildnerischer Ebene bedeutete. Wie Bruno orientierte er sich an der ungeschönten Wirklichkeit. Kein Zweifel: Bruno lehnte das stumpfen Wiederkauen von Dogmen als „Eselei und Blödheit“ ab.
Brunos Gedanke kreist um die Vorstellung eines „unendlichen Universums„, wie sie in der Kosmologie diskutiert wird – dass es keinen Rand gibt, sich das Universum in sich selbst ausdehnt, alles Materie und Energie enthält und somit jeder Punkt als Zentrum betrachtet werden kann, da es keine definierte Mitte gibt. Die Formulierung erinnert an philosophische und wissenschaftliche Konzepte, die seit der Antike existieren, insbesondere bei Denkern wie Giordano Bruno, und die in modernen Theorien (Inflation, Multiversum) aufgegriffen werden, wobei das Universum als ein sich selbst durchdringendes Kontinuum ohne äußeren Rand gesehen wird. Mit anderen Worten: das kosmische Zentrum wandert, es ist überall.
Hunde als göttliche Dinge
In seinem fiktiven Dialog spricht Bruno mit seinen philosophischen Gegnern – die „Drei“ – über Themen wie Aberglaube, Magie und wahre Religion; der Erzähler und die verschiedenen Gesprächspartner hinterfragen seine Ideen hinterfragen und verteidigen die eigenen. Neoplatonisch ist neben der Dialogführung der Rückgriff auf antike Vorlagen, z.B. Hesiods Gottmensch Aktaion, den seine „göttlichen Gedanken verschlingen wie Jagdhunde, um Auflösung des Individuums in der pantheistischen Einheit zu symbolisieren. Wen die Götter lieben, den töten sie könnte man meinen.
Bruno verknüpft die Suche nach Wahrheit mit einer Art Jagd, bei der der Jäger selbst zur Beute wird, was metaphorisch mit Hunden verbunden ist. Er schrieb nicht über Hunde als Tiere, sondern nutzte sie als Symbol für die geistige Suche und die Erkenntnis des Göttlichen, die geistige Fesseln des menschliche Ich auflöst. Aktaion war ein Held mit Hunden. https://www.zum.de/Faecher/G/BW/Landeskunde/rhein/kultur/kunst/antike/aktaeon1.htm (Fassung Ovid)
Da seine Kritik am päpstlichen Dogma und am Katholizismus den Protestanten in die Karten spielte, war Bruno ein gern gesehener Gast, zumindest zeitweilig. So kam er über die Schweiz nach Frankreich, Deutschland und Großbritannien. Dort spricht er in der elisabethanischen Epoche in seinem parallel zum „Aschermittwochsmahl“ entstandenen Werk „Die Vertreibung der triumphierenden Bestie“ (Dell’espulsione dell’infame) über Hunde, insbesondere im Kontext der Kritik an der Kirche und den menschlichen Lastern, indem er die Götter (Sternbilder) umbenennt und ihnen Tugenden zuweist, um die moralische Unreinheit zu bekämpfen, wobei die Bestie auch als Allegorie für die Kirche selbst oder deren verlogene Auswüchse steht, die wie „Hunde bellen und beißen“, aber im Kern verfault sind. https://archive.org/details/bub_gb_yj00AAAAMAAJ/page/n29/mode/2up
Giordano Bruno erwähnt den Mythos von Aktaion, der von seinen eigenen Hunden zerrissen wird, um seine philosophische Lehre vom Eros (kosmische, bindende Kraft der Liebe und des Begehrens nach Erkenntnis des Alles) sowie der Einheit von Geist, Natur und dem Göttlichen zu veranschaulichen. So deutet er die Sichtweise des Jägers, der selbst gejagt und damit zur Beute wird in „De gli eroici furori“ radikal um: ,der Mythos veranschaulicht die Suche nach dem Schönen und die Überwindung begrenzter Horizonte durch den Geist. Vereinfacht: er wird von der bloßen Erscheinung, der wirklichen Materie hingerissen.Aktaion, den Jäger wachsen die „Flügel des Geistes“ als er die Grenzen seiner gewohnten Wahrnehmung überwindet, um die göttliche Einheit in der Natur zu erkennen – ein Prozess, der ihn in Brunos Version zur Transformation und zur Erkenntnis führt, statt nur zur Bestrafung.
Aktaion wird zur Metapher für den „Eros“, indem er den mythologischen Akt der Bestrafung in einen Prozess der göttlichen Liebe und Erkenntnis seine Zeit anwendet. Er mutiert vom Jäger zum Liebenden, der durch seine Transformation (in einen Hirsch) und die Verfolgung durch seine eigenen „Hunde“ (Begierden/Sinne) zur spirituellen Einsicht gelangt. Aktaions Begegnung mit der badenden Göttin Diana (Artemis) lässt ihn erstmals das Göttliche in der Natur (ihre Schönheit, aber auch ihre Gesetze) erkennen. Diese Bewusstseinsveränderung führt zu seiner inneren Verwandlung, die Bruno als spirituelle Reise darstellt. Entscheidend ist der Schritt, eine Erkenntnis, die man sich durch Gewohnheit unhinterfragt als über jeden Zweifel erhaben für sakorsankt erklärt, aufzugeben und wie ein staunendes Kind noch einmal von vorne anzufangen.
Aktaion personifiziert, wie der Geist durch die Überwindung physischer und intellektueller Grenzen zur höheren Wahrheit, den Pantheismus. https://www.religionen-entdecken.de/lexikon/p/pantheismus Es ist die Idee, dass das Göttliche in allem existiert und durch geistige Erleuchtung erfahren werden kann, wodurch der Mensch sich von den Fesseln der materiellen Welt löst und eine tiefere, einheitliche Realität erkennt.

Foto Malte Godglück: Neapel, Hund am Lungomare – im Hintergrund der Vesuv (fast 1300 m Höhe) , 9 km von der Metropole entfernt.
Natur als gänzliche Ganzheit
Der Schlüsselsatz des Pantheismus oder des spirituellen Materialismus Brunos lautet: „Die Natur ist Gott selbst oder die göttliche Kraft, die sich in den Dingen offenbart„, Dieser Satz besagt, dass Gott in allem Lebendigen und in der gesamten Natur präsent ist als Einheit von Ursache, Prinzip und dem Einen. So liefert das Werk „De la causa, principio et uno“ (Über die Ursache, das Prinzip und das Eine) 1584 (London) die Vorlage für Leibniz‘ Monismus findet, die gleichfalls die göttliche Einheit in allem Sein als eine Weltseele betont,. Bruno ist der bedeutendste Vertreter der Naturphilosophie in der Renaissance. Bruno musste seine Häresie auf dem Scheiterhaufen büßen https://www.ardaudiothek.de/episode/urn:ard:episode:b4889ab803cffb15/ Diese Zusammenfassung rollt den Prozess gegen den Ketzer wieder auf. Seine Verhaftung kommt der Freiheit in Ketten gleich.
„Sein Verdikt Gott ist alles und überall“ bedeutet, er ist auch im Bösen, im Sinnlichen und in der angeblich unbelebten Materie. Religion konnte seinerzeit nicht von anderen Wissenschaften getrennt betrachtet werden. Er wird zum Querdenker des Christentums und des Martyriums: Gott ist im Universum selbst, nirgendwo sonst, nicht außerhalb der natürlichen Dinge. Der Dualismus irdisch- sakral göttlich existiert für ihn nicht.
Er spiegel Brunos pantheistische Philosophie wider, die besagt, dass Gott in allem Lebendigen und in der gesamten Natur präsent ist, aber er steht nicht in einem einzelnen, direkten Zitat, sondern ist eine zusammenfassende Beschreibung seiner Lehre, die sich in seinen Werken wie „De la causa, principio et uno“ (Über die Ursache, das Prinzip und das Eine) findet, wo er die göttliche Einheit in allem Seins betont, und ist eine Interpretation seiner Naturphilosophie, die ihn letztlich auf den Scheiterhaufen brachte. Dabei wurde die Lektüre, u.a. Lukrez „Von der Natur“ (De rerum naatura), das er auswendig kannte wie viele andere Bücher, der Anfang vom Ende seiner Laufbahn als Geistlicher.
In seinem ein Jahr später publizierten, sofort exkommunizierten Werk „Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen“ (De la causa, principio, et uno), in dem der Renaissance-Philosoph das mittelalterliche Dualismus von Gott und Welt überwindet, vertritt Bruno eine pantheistische Sichtweise vertritt, bei der Gott in allem Unendlichen und Eine steckt, und damit die Grundlage für eine neue Kosmologie und Metaphysik legt, was ihn in Konflikt mit der Kirche brachte.
Wenn Natur kein Material ist, das sich beliebig formen und für den Menschen beherrschen lässt, so besteht in der Konsequenz weder ein Herrschaftsanspruch noch ein Alleinstellungsmerkmal des Menschen. Gott schafft, was er will und der Mensch soll so sein, wie er ist, also ist es keine Sünde.

Foto Malte Godglück: Neapel, Straßencafé im Via Partenope, Meeres-Uferpromenade (Dezember 2025)#
Die Liebe steht vor allem
Worum geht es in “ Von der Ursache, dem Princzp und dem Einen“ -Volltext unter http://www.zeno.org/Philosophie/M/Bruno,+Giordano/Von+der+Ursache,+dem+Princip+und+dem+Einen ist folgendes.:
Eine Analyse von „das Eine, die Ursache, das Prinzip“ betrifft das philosophische Konzept, das Fundament in der Wirklichkeit zu suchen, wobei das Eine die universelle Einheit, die Ursache den Grund des Seins und das Prinzip das grundlegende Gesetz oder den Ursprung beschreibt. Diese Einheit bildet den zentralen Lehrsatz von Giordano Bruno zentral ist, der Gott und Welt als ein unteilbares Ganzes betrachtet und damit die päpstliche Scholastik über Bord wirft.
Das Eine: Die alles umfassende, unteilbare Wirklichkeit, in der Gott und Welt nicht getrennt sind, sondern Aspekte eines einzigen Seins darstellen.
Die Ursache: Der Ursprung des Seins, der nicht außerhalb der Welt steht, sondern in ihr selbst liegt.
Das Prinzip: Das grundlegende Gesetz oder der Ursprung, der die Welt durchdringt und nach dem die intelligible Welt erforscht werden kann.
Eine Einführung in das Denken Brunos findet sich im Deutschlandfunk unter https://www.deutschlandfunk.de/giordano-bruno-nachtfalter-des-geistes-100.html, eine weiterführende und anspruchsvollere Analyse unter https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/von-der-ursache-dem-prinzip-und-dem-einen/10045
Nach Bruno müsse man sich stets von den Fesseln des Geistes, den Vorurteilen und der Meinung der vielen, auch der angeblichen Wissenschaft, freimachen und wie ein Kind neu zu schauen lernen. Daher stammt der Titel „Die allgemeine Meinung ist nicht immer die wahrste.“ auch aus seinem Werk „Von der Ursache, dem Prinzip und dem Einen“ (cas eigentlich eine Dreiheit ist).
Neu ist die Materie als Ausgangspunkt, quasi als Uridee von allem zu nehmen und von ihrer Allbeseelung auszugehen; der Kosmos entspricht einem (göttlichen) Organismus. Das Hauptprinzip ist Liebe: sie befähigt die Schöpfung so zu sehen, wie sie ist und zur vollständigen Erkenntnis (Weisheit). Ganz neu ist diese allumfassende Strahlkraft der Liebe, die mit dem fiat lux Prinzip gleichgesetzt wird, freilich nicht.
Nach Marsilio Ficino (1433–1499), der v.a. das arabische Denken in die Renaissance einführte, erzeugt die göttliche Schönheit die Liebe in der
Welt und damit auch in der Seele des Liebenden, der seine Liebe wiederum auf die göttliche Schönheit richtet und in dieser Liebe
as Göttliche erfährt.

Foto Malte Godglück: Neapel, Blick von der Uferpromenade Lungomare auf Capri, weniger als 17 Seemeilen und 1 Stunde Fahrzeit entfernt.






