
Foto Bernd Oei: Holzminden, Altstadt, Halbmondstraße 9, Severinhaus, Gründung 1668 heute als Gesundheitspraxis genutzt. https://www.weserbergland-tourismus.de/de/poi/architektur/severinsches-haus/12205038/ Der Heilige Severin ist ein Stadtheiliger Eremit aus dem 4. Jahrhundert
Wir sind nicht mehr im Frieden
Kaum noch einer kann sich daran erinnern, die Zeitzeugen sind ja alle längst tot. Der Dreißigjährige krieg verwüstete Deutschland, vielmehr seine Fürstentümer. Menschen mussten Gras fressen, weil es nichts mehr zu Essen gab. Es starben mehr Menschen in zivil als im Militär. Etwa 8 Millionen Menschen starben, vergleichsweise so viele Opfer wie Hitler oder Stalin verursachten. Dies geschah zwar in 30 Jahren, aber dafür lebten im 17. Jahrhundert auch nur 78 Millionen Menschen; da bilden 8 Millionen etwas weniger als zehn Prozent. Da nur Nord- und Mitteleuropa vom Schwund betroffen waren, bluteten manche Städte über die Hälfte ihrer Menschen aus.
Wem hat der Krieg je etwas gebracht? Im Grunde blieb es fürs Volk beim status quo und wie schon Brechts „Mutter Courage“ Stück zeigt: nur die Kriegsfabrik und ihre Handlanger profitierten vom Geschäft mit dem Tod. Daher spricht man heute noch von Bauernopfern. Deren Situation wurde nicht besser, eher schlechter, da marodierende Soldaten sie ausplünderten. Söldner im fremden Land sind nicht für ihre Rücksichtnahme bekannt. Wohlwollend könnte man sagen, die Franzosen, Schweden und die Niederlande haben in Summe politisch und an Fläche gewonnen, wenngleich nur um den Preis eines hohen Blutzolls. Die meisten Bürger ihres Landes hätten wohl lieber ihren Sohn, Vater, Bräutigam, Bruder behalten als die geringen materiellen Vorteile .
Mit so einem vernichtenden Gepäck fällt es schwer zu verstehen, dass Deutschland jemals einig, wohlhabend und friedlich werden konnte. Doch das ist vorbei. Es ist ja schon wieder fast zwei Monate her, dass Pistorius (CDU) nochmals den Kriegszustand („Deutschland muss wieder kriegstüchtig werden“ ) wiederholte. Übrigens ein Wort, dass die KI Rechtschreibung nicht anerkennt.
Den ehemaligen Volksparteien läuft die Wählerschaft schon seit Jahrzehnten davon. Kein Wunder, da ihre Vertreter wenige Volksnähe aufbringen und ihre vollmundigen Wahlversprechen bald Drohkulissen weichen. Da wird Angst und Panik geschürt wie in einem Wettbewerb, wer bietet mehr. SPD- Mann formuliert Klingbeil kriegsgeil : „Wir dürfen nicht dumm und naiv sein. Deshalb investieren wir in die Bundeswehr.“ https://www.focus.de/politik/deutschland/bei-kriegsangst-ist-klingbeil-empathisch-beim-thema-afd-blockt-er-einfach-ab_04f9af16-3a66-44f0-af22-71193d769b44.html Um Hetze und Polemik vorzubeugen, sind hier nur die moderatesten Formen der Kriegsbereitschaft von SPD und CDU Politikern (Mehrheit) genannt. Wo bleibt die Petition, die Männer und Recken ihres Schlage sollten vorangehen an vorderster Front? Die Zivilbevölkerung sollte keine weiteren Bauernopfer leisten.
Das Zitat „Wir sind nicht mehr in Frieden“ stammte zuletzt von März, der sich Merz schreibt, weil er die Märzrevolution fürchtet. https://www.zdfheute.de/politik/ausland/merz-frieden-bedrohung-russland-100.html. Ein Minderheitskanzler mit fragwürdiger Eignung deutsche Interessen zu verwalten. Die offiziell größte Kritik an unserem Minderheiten-Kanzler entzündet sich intern aufgrund seiner Spaltungspolitik. Selektiv und vielleicht dennoch repräsentativ folgende Aussage: „Sprachlosigkeit darf es in dieser Frage nicht geben. Pauschalisierungen und Verallgemeinerungen lösen keine Probleme.“ https://www.tagesspiegel.de/berlin/merz-spaltet-erneut-unsere-gesellschaft-saleh-vermisst-klare-haltung-der-spd-in-der-stadtbild-debatte-14616764.html

Foto Bernd Oei: Holzminden, Renaissanceportal,Tillyhaus. Graf Johann T’Serclaes von Tilly (1559-1632) aus Brabant (heute Belgien, damals Spanische Niederlande) starb in der Schlacht am Lech gegen Schwedenkönig Gustav Adolph, die seine Truppen der Kaiserlichen Liga zudem verloren. Tilly erlag seiner Wunde in Ingolstadt. Die Inschrift des Hauses mit dem Gründungsjahr 1609 erinnert jedoch nur an die Baugeschichte, nicht an Tilly selbst.

Foto Bernd Oei: Holzminden, Tillyhaus, Frontseite zur Weser und gegenüber dem Haus des Hanfemeisters gelegen. Hier verbrachte der lange Zeit ungeschlagene Heerführer der Katholischen Liga drei Nächte nach der Schlacht bei Lutter nahe Salzgitter, einer der verlustreichsten Schlachten (zwischen 8000 und 10 000 Toten) des Dreißigjährigen Krieges. Die Schlacht am 27. August endete mit einem Sieg über das protestantische dänische Heer.
Wozu das Leid?
Nicht nur die Götter, sondern die Menschen selbst müssen verrückt sein. Drohnen rechtfertigen Kriege, abgesehen davon, dass der Spannungsfall wenigen Menschen bewusst genug in seinen Konsequenzen sein dürfte. Schließlich reden wir nicht vom Spannungsverlust in einem stromdurchflossenen Leiter aufgrund seines Widerstands, sondern von Kiesewetter (CDU)., der Kriegsrecht ausrufen möchte. https://www.spiegel.de/politik/deutschland/drohnen-ueber-europa-cdu-politiker-roderich-kiesewetter-will-spannungsfall-ausrufen-lassen-a-672732f6-3d45-4ca9-9ac5-39e21aad3f35
Obschon bekannt sein müsste, was Spannungsfall juristisch bedeutet: ein verfassungsrechtlich definierter Zustand, der eine gesteigerte Bedrohungslage für die Bundesrepublik Deutschland anzeigt, aber noch keinen Angriff darstellt https://www.bbk.bund.de/SharedDocs/Glossareintraege/DE/S/spannungsfall.html, so sei darin erinnert: Deutschland riskiert mit seiner Kriegsbereitschaft nicht nur einen Alleingang in bester historischer Tradition, sondern dämonisiert einen verlässlichen Partner, dem aus rein rationalen und nicht nur geografischen Erwägungen es näher stehen sollte. Mission impossible kann eigentlich nur einer Tom Cruise und der geht bald in Rente.
Um einen Spannungsfall auszurufen, bedarf es eine außerordentliche Bedrohungslage. Abgesehen davon, das die Ukraine bedroht wird und nicht Deutschland, sie daran erinnert, dass Waffenlieferungen und proaktive militärische Intervention nicht nur moralisch verwerflich sind, sondern auch politisch mehr als Drohnen Misstrauen sähen. Wer fühlt sich von Putin bedroht? Möglicherweise jene, die zuviel auf falsche Stimmen hören. Aber selbst wenn eine reale Gefahr bestünde, löst man sie auf durch Androhung eines militärischen Aufrüstens?
Eingedenk der Tatsache, dass Krieg so viele unbeteiligte Opfer fordert und Militärstrategen divergierende Meinungen gibt. so erscheint ein dauerhafter Sieg der Ukraine fast allen als unglaubwürdig. https://www.merkur.de/politik/feldmarschall-die-ukraine-kann-nicht-siegen-duestere-prognose-von-britischem-zr-93996752.html Russland mag geschwächt sein, aber es ist immer noch Russland. Doch wer gewinnt, sorry, wen interessiert das? Mittelfristig können weitere Kriege folgen und langfristig haben sie nie etwas gebracht außer Leid. Gerade die Deutschen sollten das wissen, nicht nur wegen der Bauernkriege, dem de Dolchstoß und der Trümmerhaufen folgten. Bitte mal Artikel 26 unseres Grundgesetzes (noch ist es in Kraft) lesen. https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_26.html
Populär nahezu eingebrannt ins kollektive Gedächtnis war bis vor kurzem der Satz: Von deutschem Boden darf nie wieder Krieg ausgehen.
Haben unsere Politiker und wir Bürger alles getan, um unsere Friedenswillen wirklich glaubwürdig zu dokumentieren? Kümmert sich jemand um die Perspektive des Gegenüber oder feuert ein Gros der Repräsentanten der BRD aus allen nur erdenklichen martialischen Rohren?

Foto Bernd Oei: Holzminden:, Haus des Hafenmeisters, Rückseite. Unteres Bild Frontseite. Das Gebäude wird heute saisonal als Gaststätte genutzt. Die Renovierung geht auf das Erscheinungsbild von 1860 zurück, das Gründungsdatum entstammt der Weser-Renaissance Mitte des 17. Jahrhundert.

Grundrechte gegen Kriegsrechte
Begreift es die Mehrheit nicht? Hysterie macht blind. Berechtigte Sorge? Sie sollte einem dritten Weltkrieg oder überhaupt einem bilateralen Krieg gelten, der doch nur verloren werden kann. Rechtefertigen Drohnen und damit auch nur symbolisch das Vordringen der Russen bis in die Privatsphäre hinein (worst case) das Aufrüsten? Haben wir nichts aus dem fatalen NATO- Doppelbeschluss gelernt? Selbst ich, als überzeugender Anhänger Schmidts (nicht der SPD, die schon damals mehr keine Arbeiterinteressen wahrnahm) muss konstatieren: Milliarden verschrottet ohne den Konflikt zu entschärfen. Wenn überhaupt, wurde die Krise des Kalten Krieges nur vertagt. Und da heißt es, wir können den Krieg für die Ideale des Westens (welche eigentlich, Freiheit, Demokratie, Sicherheit sicherlich nicht) gar nicht führen. https://www.merkur.de/politik/feldmarschall-die-ukraine-kann-nicht-siegen-duestere-prognose-von-britischem-zr-93996752.html
Nicht nur die Liebe ist eine Reise durch ein gänzlich neues Leben. Alarmglocken schrillen nicht, bei Corona war es hyperaktiv anders. Angst frisst Seelen auf, aber Krieg scheint zu beflügeln. In Abwandlung über Ernst Blochs Urteil über die SPD: „Das Beste, was das Christentum hervorgebracht hat, sind seine Ketzer.“ kann man nur im Angesicht der heutigen Lage konstatieren: „Das Beste, was das die Partei der Sozialisten hervorgebracht hat, ist die AfD“. Traurig, nicht wahr? Sollte man nicht einmal fragen, weshalb fast ein Drittel so wählt und ein anderes Drittel nicht, so dass knapp ein Drittel der Bevölkerungs-Stimmen heute regieren darf? In den öffentlich rechtlichen Medien beklagt man die sprachliche Verrohung oder Entgleisung der Afd. Zu recht. Leider scheut man selbst nicht davor, sich dessen Jargon zu bedienen.
Eine Mehrheit für mehr Frieden bzw. Anerkennung der geschaffenen Tatsachen existiert noch immer nicht. Es gibt keine Majorität für Waffenstillstand., den lediglich die AfD vehement einfordert. Die angeblich Rechten vertreten heute die Interessen der früheren Linken, man erinnere sich an Willy Brand und seine Entspannungspolitik. https://www.bundestag.de/dokumente/textarchiv/2024/kw03-de-russland-ukraine-983234

Foto Bernd Oei: Holzminden, Reichspräsidentenhaus an der Deutschen Märchenstraße und Torhaus zwischen Altstadt und Hafendamm . https://www.deutsche-maerchenstrasse.com/poi/reichspraesidentenhaus
Entweder Menschheit oder Krieg
So scheint die Aufrüstung der Bundeswehr und Rückkehr zur Wehrpflicht (jetzt zwei- oder dreigeschlechtig) beschlossene Sache. https://www.welt.de/politik/deutschland/article68da9fef88300c7476b9b78a/Wehrpflicht-CDU-Politiker-Kiesewetter-will-Spannungsfall-ausrufen-lassen.html. Aktueller Stand: Ein Gesetz soll ist eine flächendeckende Musterung aller Männer ab 18 Jahren regeln. Bei zu niedrigen Freiwilligenzahlen soll der Bundestag über eine sogenannte Bedarfswehrpflicht entscheiden können, bei der auch ein Zufallsverfahren zur Auswahl genutzt werden kann.
Ernst Bloch betrachtete Krieg als ein Hindernis für das menschliche Fortschreiten, das aus dem (preußischen) Militarismus und der nationalistischen Kriegspropaganda resultierte. Sein Pazifismus war aktivistisch und sah Widerstand gegen Krieg als moralische Pflicht an. Er hinterfragt pointiert mdie Einseitigkeit der Gewaltbereitschaft: „Auf tausend Kriege kommen nicht zehn Revolutionen.“
Auch wenn man nicht alles wörtlich nehmen sollte, was Politiker so von sich geben, denn auch sie sind ja Menschen, sei auf Kennedy verwiesen, der hierzulande immer noch als Traum vieler Schwiegermütter durchgeht. Der Mann, der vorgab, ein Berliner sein zu wollen , unter dessen zweijähriger Amtszeit die Mauer jedoch entstand, sagte: „Die Menschheit muss dem Krieg ein Ende setzen, oder der Krieg beendet die Menschheit.“ https://www.abendblatt.de/kultur-live/article122144339/Die-Menschheit-muss-dem-Krieg-ein-Ende-setzen.html Meines Wissens stammt er im Original von H.G. Wells, nachzulesen in seinem 1914 erschienenen Roman The World Set Free (Die befreite Welt) – in diesem Science Fiction Werk wird auch die Atombombe „erfunden“ (chapter 4, section 2: „but these were the consequences of the ‘moral shock’ the bombs had given humanity“,). Der berühmte Satz lautet im Oriignal: „If we don’t end war, war will end us.
Im Krieg ist die Wahrheit das erste Opfer. Schrieb schon Aischylos. Wird denken heute dabei an Zensur, Manipulation der Bilder und Informationen, Propaganda. „The first casuality of war ist truth“, pflegte Vizepräsident H. Johnson (Roosevelts Schatten) zu sagen. Aischylos sagt dies mutmaßlich (Übersetzung und 2500 Jahre machen es schwer, von einer 1:1 Aussage zu sprechen) in seiner Tragödie „Die Perser“, welche von Xerxes Untergang handelt: „Jede Kriegsführung gründet auf Täuschung. Wenn wir also fähig sind anzugreifen, müssen wir unfähig erscheinen; wenn wir unsere Streitkräfte einsetzen, müssen wir inaktiv scheinen; wenn wir nahe sind, müssen wir den Feind glauben machen, daß wir weit entfernt sind; wenn wir weit entfernt sind, müssen wir ihn glauben machen, daß wir nahe sind.“ Der Dichter bricht die Schilderung des Heerführers mit der entgegengesetzten Schilderung des Chores. Leider ist der aktuelle Chor, der das Gewissen artikuliert, verstummt.

Foto Bernd Oei. Holzminden, ältester Gasthof Hellers Krug (1650) in der Altendorfer Straße 19, , heute Hotel mit 38 Zimmern.Die Stadt im Weserbergland hieß bei ihrer Gründung noch Altendorf. und wurde erst nach dem Dreißigjährigen Krieg umbenannt. https://www.holzminden.de/portal/seiten/holzmindens-stadtgeschichte-in-3-minuten-900000347-25610.html
Eine latente Vorkriegsstimmung
So heißt es im Artikel „Eine latente Vorkriegsstimmung“ , Kriege fallen nicht vom Himmel, sondern sind menschengemacht. Sie beruhen auf Drohen und nicht auf Drohnen, aber aufgrund der zunehmenden Rechtschreibschwäche kann das schon mal verwechselt werden. https://www.freitag.de/autoren/hans-georg-ehrhart/spannungsfall-latente-vorkriegsstimmung-praegt-die-deutsche-gesellschaft. Einen gänzlich anderen Ton schlägt der Artikel einer Rechtszeitschrift an, in der vornehmlich Juristen publizieren, die LTO (Legal Tribute Online). Dort heißt es, Demokratien hätten allgemein Probleme, angemessen auf Angriffe wie den „russischen Staatsterrorismus“ zu reagieren. Fast leitet sich daraus ein Plädoyer für einen Präventivkrieg ab. https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/russlands-angriff-auf-europa Spionage, Sabotage, Bond sendet wieder einmal Liebesgrüße aus Moskau.
Die Gegenposition vertritt die 2014 geschasste frühere TV-Ikone für deutsch-russischen Beziehungen und Medienberichterstatterin Gabriele Krone Schmalz, die vor allem das ARD Gesicht in der Wendezeit war und über Glasnost (Offenheit, Transparenz) bzw. Perestroika ‚(Umbau) . Sie repräsentiert die andere Stimme, die auch russische Interessen berücksichtigt sehen möchte und warnt schon lange vor einer Zuspitzung bis hin zum Spannungsfall durch deutsche Ignoranz. Der Umgang mit ihr erscheint als symbolischer Akt fehlender Zwischentöne und Streitkultur (Debatten statt Diskreditierung und Diffamierung im öffentlich rechtlichen System, das schon lange auf Schwarzweiß umgestellt hat bzw nur noch auf blaugelb sendet. So ist die frühere offiziell mit Preisen (u.a. Bundesverdienstkreuz) geadelte Professorin Krone-Schmalz eine selbst ernannte Russlandexpertin.https://stuttgart.t-online.de/region/stuttgart/id_100089190/umstrittener-vortrag-russland-expertin-widerlegt-gabriele-krone-schmalz.html Wer die Vita des dieses Urteil fällenden Journalisten liest, dürfte über die Gewichtsverteilung Bescheid wissen.

Foto Bernd Oei: Wilhelm Raabe-Brunnen (1927) in der Niederen Straße 1 mit Bezug auf den historischen Roman „Der heilige Born“ (1860), der über die Reformationszeit handelt. Der Schriftsteller (1831-1910) verbrachte Kindheit und Schulzeit in Holzminden. https://www.deutsche-maerchenstrasse.com/poi/raabe-brunnenn. Raabe, Vertreter des poetischen REalismus, will die „Gänsefelder der Romantik“ (Zitat aus dem Roman) beseitigen.
Wo bleibt die Mauer
Möglicherweise ist den meisten hardlinern nicht klar, was im Spannungsfall droht: Notstandsgesetze.Was das in der Weimarer Republik bedeutete, das Anfang vom Ende des Experiments mit der ungeliebten Demokratie, sollte jedem kritisch reflektierten Geist bekannt sein. Ein Aspekt neben der allgemeinen Wehrpflicht und Aufrüstung betrifft die „Sicherstellungsgesetze“ (ausführlich unter https://www.bundestag.de/resource/blob/1033576/3b03b24de75d0102a31ce929665647d1/WD-2-058-24-pdf.pdf,. Sie reichen von der Sicherstellung von Arbeitskräften über die Zurverfügungstellung von Gütern bis zur Lebensmittel- und Energieversorgung“.https://www.br.de/nachrichten/deutschland-welt/zwischen-frieden-und-krieg-was-bedeutet-spannungsfall,V0GGGW7
Des sind weitgehende Maßnahmen und tiefgreifende Einschnitte, auch ins Privatleben und in die öffentlichen Versorgungsleistungen. Wie man das als Bürger gutheißen kann muss jeder für sich selbst entscheiden. Wünschenswert ist dies nicht. Ein Zitat Chruchills aus seiner Rede 1946, dem Beginn des kalten Krieges, der im Mauerbau seine Fortsetzung fand – Honecker rechtfertigte sie bis zu seinem Tod als Verhinderung des dritten Weltkrieges – vielleicht bräuchten wir sie heute wieder: „Ich glaube nicht, daß Sowjetrußland den Krieg will. Was es will, das sind die Früchte des Krieges und die unbeschränkte Ausdehnung seiner Macht und die Verbreitung seiner Doktrin. Was wir aber heute, solange noch Zeit vorhanden ist, in Erwägung ziehen müssen, das sind die Mittel zur dauernden Verhütung des Krieges und zur Schaffung von Freiheit und Demokratie in allen Ländern.“ https://www.chronik-der-mauer.de/180128/rede-von-winston-churchill-in-fulton-usa-5-maerz-1946
Kritik an der repräsentativen und damit Parteien-Demokratie äußerte u. a. Hannah Arendt schon in der unmittelbaren Nachkriegszeit, da in der Adenauer-Ära die Kommunisten so diskriminiert und schließlich verboten wurden wie das heute der AfD widerfährt. Ein gutes Zeichen für Toleranz ist es eben nie, wenn nur einer festlegt, wer toleriert werden darf. Die gefährlichste, weil härteste Mauer, befindet sich in den Köpfen. „Es ist durchaus denkbar, daß die Neuzeit, die mit einer so unerhörten und unerhört vielversprechenden Aktivierung aller menschlichen Vermögen und Tätigkeiten begonnen hat, schließlich in der tödlichsten, sterilsten Passivität enden wird, die die Geschichte je gekannt hat.„(Vita activa, S. 314 f. in der Ausgabe von piper, 1960)

Foto Bernd Oei: Holzminden, Radhaus am Markt. Der Platz in seiner heutigen Größe ist erst eine Schöpfung des 19. Jahrhunderts, der Epoche Raabes. Der Dienstleiter bezog nach der Wende das historische Fachwerkhaus. Da Holzminden am Weserradweg liegt, finden sich viele Radfahrergeschäfte in der Stadt.

Wissenschaft ist nur frei, wenn sie Distanz hält
Meinen, Wissen und Urteilen sind dreierlei und werden doch heute wieder in ungehöriger Art und Weise vermischt, zudem von den Medien nahezu eingefordert, wie die verbalen Entgleisungen im Fall von Charlie Kirks Ermordung belegen (u .a., ZDF Moderatorin Dunya Halali) auch Vertreter der christlichen Kirchen (u.a. die evangelische Pastorin Annette Behnken im „Wort zum Sonntag“ geben und gaben kein gutes Bild dabei ab. Solche Verrohung der Sprache sind mit Menschenwürde unvereinbar. Niemand hat den Tod verdient. Ein seriöses Urteil über Aussagen von Politikern, egal ob Russen oder Amerikanern, können sich nur die erlauben, die in dem Land leben, die Sprache der Bevölkerung gut verstehen und mit dem historischen oder kulturellen Kontext vertraut sind. Selbst dann gebietet sich Demut und Anstand, da ein Unrecht nicht ein anderes rechtfertigt, sonst könnten wir zur Selbstjustiz übergehen. Es fehlt hier das Kriterium der nüchternen Distanz, wie sie jede Sachargumentation als Grundlage und nicht als wünschenswerte Beigabe bedarf.
So weiß Konfuzius zu sagen: Siegreiche Krieger gewinnen zuerst und ziehen dann erst in den Krieg. Eine gute Vorbereitung für den Ernstfalls sieht anders aus. Eine Schlacht Mann gegen Mann gibt es schon lange nicht mehr und dadurch haben sie auch nichts mehr mit dem Heute gemein. Grundsätzlich gilt: man muss sowohl den inneren als auch den äußeren Feind kennen, um ihn besser kontrollieren zu können, denn einfach losschlagen oder draufhauen ist infantil. Der klügste Kämpfer ist immer der, der nicht kämpfen muss. Früher glaubte man an die Macht der Abschreckung, insbesondere im Zeitalter nuklearer Waffen. Dies setzt aber realistische Politiker und sachlich operierende Strategen voraus. Fraglich, ob diese Kompetenz im Bundestag vorliegt, da dort auf höchster Ebene fröhlich dilettiert wird. https://www.zeit.de/politik/2025-01/friedrich-merz-cdu-afd-migrationsgesetz-ablehnung Ja, Merz ist trotz des mehrfachen Worbruchs Kanzler geworden, wieso auch nicht, das passt in unsere Zeit, in unser Land, in unsere Kultur des Scheiterns.
Staatsmann und Dilettant
Der Titel ist dem Beitrag https://www.rheinpfalz.de/politik_artikel,-friedrich-merz-staatsmann-und-dilettant-_arid,5757055.html entlehnt, aber weiter gefasst, schließlich leidet die deutsche Politik nicht unter einem einzigen schwarzen Schaf, sondern an einem Herden-Virus, zuletzt auch der Vogelgrippe und der Schweinepest. die berüchtigten Elefanten im Porzellanladen können auch Röcke tragen oder Fönfrisur. Laut Göring Eckhardt sind die Ostdeutschen aus Sicht von Bundestagsvizepräsidentin Göring-Eckardt auch mehr als 30 Jahre nach der Wende nicht in der Demokratie angekommen. So einfach ist es, wenn man die grüne Brille aufhat. Einige seien „irgendwo in der Diktaturverherrlichung“ hängengeblieben, „Weil dort irgendjemand anders ihre Probleme lösen musste.“ Wie man in einem, Satz gleich dreifach Impertinenz in die Welt setzen kann verdient auch eine Würdigung. Dieselbe Politikerin behauptet auch, die Grünen wären nie eine pazifistische Partei gewesen, vermutlich hat sie auch von Petra Kelly oder Jutta Ditfurt oder Bärbel Boley noch nicht gehört. Wundert es, das so jemand Impflicht fordert? Auch Staatsmänninnen können grausam sein.

Foto Bernd Oei: Holzminden, Bauer, Skulptur am historischen Marktplatz . Der große Brunnen in der Mitte des Platzes wurde 1891 vollendet, nachdem Holzminden die Wasserleitung erhalten hatte. Anlässlich des Stadtjubiläums 1995 wurde er umfassend restauriert. Die Bronzeplastik eines Bauern erinnert an die Zeit, als angesichts der Wirtschaftslage Holzmindens viele Einwohner neben ihrem Handwerk zugleich landwirtschaftlich tätig waren.https://www.deutsche-maerchenstrasse.com/orte/holzminden
Ein nie versiegender Quell
Hass und Hetze, im Netz noch salonfähiger geworden und Volkssport, sind ein nie versiegender Quell. Die Feststellung des Spannungsfalls bedarf der Zweidrittelmehrheit der abgegebenen Stimmen im Bundestag. Das Initiativrecht liegt sowohl bei der Bundesregierung als auch beim Bundestag. Der Bundesrat hat, anders als beim Verteidigungsfall, keine Mitwirkungsbefugnisse. doch könnte die Mehrheit abstimmen, die auch die Impflicht begrüßte, so würde man wohl Russland den Krieg erklären, da die Vernünftigen und Maßvollen sich meist in der Minderheit befinden.
Ob die heutigen Talk-Sendungen repräsentativ für die Stimmung im Land sind, lässt sich schwer beurteilen, ihre Medienvertreter mit der neuen Form des Anpassungsjournalismus sind es bestimmt. Wirklich kritisch oder investigativ setzt sich ja kaum jemand mit den unbeliebten Stimmen bz. Arguementen des Landes auseinander. Etwa mit dem weltweiten Verlust des Ansehens der BRD seit der Amtszeit der Ex- Außenmnisterin Baerbock, die zweifelsohne neue Maßstäbe in Sachen Diletanttismus und Arroganz setzte. Beispielsweise hat China die deutschen Vertreter im Land bzw. die bilaterale Kooperation nach ihren Aufgtritten drastisch reduziert, nicht nur wirtschaftliche, sondern auch bildungs- und kulturpolitische Nachteile sind alarmierend. Abgebrochene Pannen-Reisen häuften sich,; man brauch nur den „Spiegel“ zu konsultieren, der mit Sicherheit nicht Afd-lastig ist, auch wenn er mit Augsteins Recherchequalität nichts mehr gemein hat.
Es gilt die Immunität und damit der Schutz einzelner Politiker selbst bei gravierenden Fehlern, die an Amtsmissbrauch grenzen. Durch sie und die zunehmende Polemik an ihr kam eine Gesetzesreform betreff Bestrafung von Beleidigungen ins Rollen. Hintergrund war – über Tatsachen steht noch immer die wirkliche Wirklichkeit – der Ausdruck eines meiner fränkischen Landesgenossen (die Selbstironie der Glubb is a Depp hatte nie juristische Folgen): „dümmste Außenministerin der Welt“ https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/baerbock-und-die-rote-null
Dummheit verjährt nicht. Erinnert sei an den Satz „„wir führen einen Krieg mit Russland“. Geäußert am 26. Januar 2023. Weder hatte sie die Befugnis noch die Kompetenz dies zu sagen, von der moralischen Entgleisung im Kollektiv zu sprechen, gar nicht die Rede. Sie glich einem Born nie verquellender Aussagen, die sinnbefreit und leider extrem schädlich für die Außenwahrnehmung verliefen. Konsequenzen? Bis heute Fehlanzeige, sieht man von Stimmverlusten ihrer Partei ab. Umfragen dokumentieren, dass sie in der Bevölkerung und der Basis nicht an Rückhalt verloren hat. Da kann man nur sagen wie dumm ist das Kollektiv, die so genannte Schwarmintelligenz? Dann bitte weiter so, war alles easy bisy , pardon easy peasy muss es heißen, damit es auch die Englisch-Fachfrau versteht. Man muss ja nicht alles und schon gar nicht englisch können, nicht als Außenminister oder als als Präsidentin der Generalversammlung der Vereinten Nationen. https://uepo.de/2023/02/12/aussenministerium-scheint-schlechtes-englisch-einer-guten-verdolmetschung-vorzuziehen/

Foto Bernd Oei: Holzminden, Brunnen am Marktplatz. Der große Brunnen in der Mitte des Platzes, der Ende des 19. Jahrhunderts, anlässlich der ersten Wasserleitung, errichtet wurde, wurde zum Stadtjubiläum im Jahr 1995 umfassend restauriert. https://www.weserbergland-tourismus.de/de/poi/historischer-stadtkern/marktplatz-holzminden/12205064/
Die Situation ist schlimmer als 1945
Ihr Nachfolger Johann Wadepuhl, CDU, setzt den Kurs nahtlos fort. Schuld hat immer der Osten, die AFD Wähler und der Erzfeind im Kreml.Auch ihn droht das Abstellgleis , man nmöchte in weder in China noch in Russland sehen. Nachdem es Pannenflüge gab, sind nun offizielle Einreiseverbote an der Tagesordnung. https://table.media/china/professional-briefing/1192-chinatable-extra-das-bedeutet-die-absage-der-wadephul-reise
Ob es daran liegt, dass Wadepuhl Syrieen und andere Krisenorte als schlimmer empfindet als 1945 oder es sich um Übersetzungsfehler handelt ist nicht. bekannt. Wenn er von seiner Vorgängerin gelernt hat, dann dieses: Einsicht ist immer Eingeständnis in eigene Inkompeenz und daher verboten. Es fällt schon auf, wie Sturheit mit aufrechtem Gang verwechselt wird in heutiger Zeit. https://www.tagesschau.de/inland/innenpolitik/syrien-cdu-debatte-100.html
Besser fürs Klima, sowohl das Weltklima und die Erwärmung, ja Erhitzung der letzten Jahre als auch das Ost-West-Verhältnis, sofern es noch Permafrost hat.

Foto Bernd Oei: Holzminden, Bahnhof, ca. 1 km von der Altstadt entfernt, fertiggestellt 1865, verändert 1891.







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