
Foto Belinda Helmert: Magdeburg, Elbufer, -Wissenschaftshafen, ehemaligen Getreidespeicher. Der Vater der Augsburger Puppenkiste Walter Oehmichen wurde 1901 als Sohn eines Buchhalters in Magdeburg geboren. Nach der Lehre zum Fotografen, studierte er in Düsseldorf Schauspiel und wurde 1931 Oberspielleiter im Augsburger Stadttheater.
Was Augsburg mit Magdeburg gemein hat
Ich könnte es mir leicht machen: Walter Oehmchen: der Gründer des bekanntesten Marionetten-Theaters wurde am 30. Juli 1901 in Magdeburg geboren und verliess seine Heimat 1931, bevor ihm als Soldat beim Besuch eines Marionettentheaters in Calais die Idee kam, ein eigenes Puppenkunsthandwerk zu eröffnen. http://archiv.magdeburg-kompakt.de/der-vater-der-augsburger-puppenkiste/
Man dürfte als Magedburger gerne auch auf Johannes Schlaf (1862–1941) zurückblicken: Der Dramatiker und Erzähler des Naturalismus lebte und wirkte zeitweise in der Region.Georg Kaiser (1878–1945): Einer der meistgespielten Dramatiker der Weimarer Republik (u. a. „Von morgens bis mitternachts“) stammt sogar gebürtig aus Magdeburg. die heutige Generation kennt das Literaturhaus und den „Mut zum Unmut“ um die Autoren Matthias Meisner und Paul Starzmann. https://www.literaturhaus-magdeburg.de/veranstaltungen/lesung-und-gesprach-mit-matthias-meisner-und-paul-starzmann-mut-zum-unmut
Andere Leserkreise assoziieren Annett Gröschner mit Magdeburg, nicht nur weil die Autorin/Journalistin hier geboren ist, sondern auch Romane wie „Schwebende Lasten“ hier spielen. https://www.swr.de/kultur/literatur/buchpremiere-annett-groeschner-schwebende-lasten-100.html
Wer meine Blogs kennt, weiß, dass ich mit zeitgenössischer Literatur und ihrer Spracharmut nichts anzufangen weiß, ebenso wenig wie den modernen Literaturzirkeln, die an PR Maschinen erinnern, sondern mich den Klassikern verschrieben habe. Ich könnte über diese Autoren nur aus der Ki abschreiben.
Es dauerte eine gewissen Zeit, obschon es ja leicht zu googeln ist, bis ich auf andere Weise herausfand, wer Magdeburg kreuzte und zwar jeweils auf der Flucht, so dass die propagandistische Anleihe an das banale Schlagerlied hier nur allzu verständlich wird: Rousseau (1762 auf der Flucht in die Schweiz)) und sein eifriger Leser von Kleist, den es wegen Rousseau1 801 in die Schweiz verschlug. https://www.nzz.ch/das_schweizer_projekt_des_heinrich_von_kleist-ld.590860
Womit wir wieder bei der Augsburger Puppenkiste wären, denn auch Waisenkind Jim Knopf und Lokomotivführer Lukas sind auf der Flucht und begeben sich auf eine Odyssee. Als Konformisten oder gar Opprotunisten lassen sich weder Rousseau noch von Kleist bezeichnen.

Foto Belinda Helmert: Magdedburg, Elbufer. Die Wassertiefe schwankt zwischen 70 cm und 1, 50 m. Für die industrielle Schifffahrt zu flach. Daher entstand an den alten Getreidespeichern Wohngebiet und Wissenschaft. https://visit-magdeburg.de/erlebnisse/wissenschaftshafen-magdeburg
Veränderung steht über allem
Magdeburg verändert sich. Es wird bunt und lebt mit Straßenkunst, An anderer Stelle berichtete ich über die Gründe Zitadelle von Hundertwasser und die Otto Richter Straße in Sudenburg – Hightechflächen entstehen, quasi Silicon Valley an der Elbe. Neben der Tradition wie dem ehrwürdigen Dom gibt es Projekte wie den Elbbaupark und den Jahrtausendturm. Rousseau und von Kleist standen und stehen auch für Veränderung: der eine revolutioniert ohne Erfolg die Musik und trug erfolgreich zur Aufklärung mit nachhaltiger Revolution bei (die Deutsche gewohnheitsmäßig verschlafen, sieht man vom Marsch der „Wir sind das Volk“ 89 ab) – der andere das Theater :Szenen statt Akten und modernste Zerstörungsfantasien mitten in der Frühromantik und der Klassik.
Fragt man mich nach Denkern, welche die Welt veränderten, fallen mir Rousseau (Pädagogik) und von Kleist (Essays) ein. Natürlich hat das einen Preis: Rousseau steckte, um seine Abhandlungen über den Wert der Liebe und Fürsorge der Eltern schreiben zu können, seine eigenen Plagen ins Waisenhaus. Von Kleist verliess mehrfach das Vaterland, wurde als Spion verfolgt und inhaftiert und endete im finanziellen Ruin, weil er sich mit der Zensur anlegte, was man heutigen investigativen Journalisten wünschen möchte. Beide sind für mich trotz ihrer menschlichen Fehler (Doppelselbstmord von Kleist, Paranoia bei Rousseau) sakrosankt, denn sie haben die Welt nachhaltig verändert, was heutigen so genannten Künstlern in auffallender Regelmäßigkeit misslingt.
Ich als Gewohnheitstier, Couchphilosoph und Feigling, der lediglich bei Corona für die Menschenrechte und bei Ausbruch des Ukrainekrieges für den Frieden sowie den Fakt, dass die Nato gegenüber Russland vertragsbrüchig geworden war, demonstrierte, der gebetsmühlenartig Friede, Freiheit, Selbstbestimmung skandiert, obschon er weder an Gott noch die wirkliche echte Demokratie oder neutrale Berichterstattung glaubt, sondern nur an die Macht von Kartellen und den Missbrauch der Vernunft à la Kant, hat von diesen beiden viel zu lernen.
Gestern bezichtigte mich ein philosophischer Gesprächspartner der Leugnung des Objektivismus und des radikalen Subjektivismus. Allein die Tatsache, dass ich gewöhnlich nicht in der ersten Person schreibe und alle Quellen angebe, in denen Zitate oder Inhalte weiter ausgeführt (kontextualisiert) werden, sollte doch eine andere Vermutung erlauben. Daher diesmal eine explizite Ausnahme in Form eines reinen Kommentars.
Das beginnt mit der Frage, weshalb ich so gut wie nie über zeitgenössische Autoren schreibe. Gut, ich habe sie nicht gelesen, das ist nur eine vorläufige Begründung bzw. wirft die berüchtigte Warufmrage auf. Weil, zugegebenermaßen, meine individuellen Neigungen und mein subjektiver Geschmack damit unvereinbar bleiben. „Dizze“ ich deswegen die heutige Literatur? Mitnichten. Jedem Tierchen sein Plässierchen. Äußere ich mich derespektierlich? Mitnichten, wobei Schweigen oft viel aussagekräftiger sein kann. Objektiv ist allerdings die Tatsache, dass ein Autor mindestens 50 Jahre warten muss, ob dann die Nachwelt noch von ihm spricht, was ich bei den meisten so genannten Schreibkünstlern ernsthaft bezweifle.
Ist Magdeburg interessant, schön, aufregend? Weiß ich nicht, das kommt darauf an, wonach man sucht und auf was man steht. Ich halte das Attribut „anders als man glaubt“ für angemessen, wobei die Grauzone „man“ Fragen, sogar Zweifel an meiner Redlichkeit aufkommen lassen dürften. Also schreibe ich besser, anders, als von den Medien berichtet und von allgemeinen Vorurteilen erwartbar. Schließlich ist das Hundertwasserhaus oder sonstige Sehenswürdigkeiten (gemeint ist kulturell medial begleitete Besonderheit) nicht repräsentativ für ganz Magdeburg. Also besteht mein Subjektivismus darin, den Fokus auf die objektive Tatsache zu legen, dass sich von Kleist und Rousseau wider Erwarten (Reisebroschüren, Touristeninfo) in Magdeburg aufhielten.

Foto Belinda Helmert: Magdeburg, SWM, das kommunale Versorgungs- und Dienstleistungsunternehmen für die Landeshauptstadt und die umliegende Region und der viertgrößten Stadt der Ex-DDR. Die jüngsten Prominenten der Stadt sind die Bandmitglieder Kaulitz von Tokio Hotel. Weitere Persönlichkeiten der Stadt unter https://www.mdr.de/kultur/magdeburg-beruehmte-persoenlichkeiten-kultur-102.html#Literatur
causa Rousseau
Gehen wir davon aus, Sie als Leser wissen, wer Rousseau war und was er schrieb oder haben es inzwischen per KI erfahren. Fragt sich, weshalb er bedeutender sein soll als ich oder oben aufgeführte illustre Persönlichkeiten aus dem Literaturbetrieb.
Nun war die Aufklärung eine bedeutende Epoche, vergleichbar mit der Digitalisierung heute, da das Internet dem Buch längst den Rang abgelaufen hat und die Informationsgeschwindigkeit mehr als die Eisenbahn und das primäre Industriezeitalter es vermochten. Alles hat sich seitdem verändert, nur die Intelligenz hat mit dem allgemeinem Wachstum und die Bildung nicht mit den Erwartungen Schritt zu halten vermögen.
Rousseaus Pädagogik ist heute zumindest bekannt, wenn nicht unersetzlich, da kindliche Subjektivität, inzwischen sogar Diversität gefragter sind denn je. Die „natürliche “ Erziehung hat auch Kapriolen geschlagen, wie das Missverständnis der anti-autoritären Erziehung, doch ist die Welt, namentlich der Philosophen nicht von falscher Anwendung, sprich Praxis, gefeit. Weil es eben keine echte Objektivität, sondern nur subjektive Interessen gibt. Für alle, die meinen Gedanken nicht folgen können/wollen und nach Dokumenten oder evidenten Fakten suchen, verweise ich auf https://www.bildung.uni-siegen.de/mitarbeiter/groddeck/files/07_08/pdagogik_zur_zeit_der_aufklrung_-_handout.pdf
Namentlich unerwähnter Gesprächspartner vertritt die Meinung, Rousseau sei ein wirrer Koopf mit unausgereiften Gedanken. Das bezieht sich vornehmlich auf seine Staatsphilosophie, die nebenbei bemerkt, direkte Demokratie wie in der Schweiz (ansatzweise) enthält und auf das Weltbürgertum (Globalisierung, Reisen ohne Grenzen) sowie Volkssouveränität basiert. Gemeinhin haben sich viele von Roussseaus Gedanken verwirklicht, ein politischer Utopist sieht anders aus. Auch seine Zivilisationskritik hat sich, wenngleich in veränderter Form, u.a. in Adorno, weit entfernt, Idealist genannt zu werden, bewahrheitet. Und drittens: Rousseaus Absage an die Aufklärung lässt sich in „Ohne Leitbild“ trefflichst nachzeichnen.
Selbst die Anti- Kolonialisierung (spätestens seit Sartre) tist heute in Mode gekommen, wenngleich Rousseau heute nicht mehr für die Rechte der Indianer oder Eingeborenen verweisen dürfte, sondern sie anders bezeichnen müsste wie originäre Bewohner vor dem Supergau der weißen Invasion. Ob der Mensch deshalb von Natur aus gut ist und nur durch die gezüchtete , ja eingeimpfte Moral schlecht wird? Ich weiß es nicht, aber es soll Gesellschaften geben, die zwar nicht ohne Krieg, aber ohne Mobbing, also homo homine lupus est, auszukommen verstehen. Ein wenig mehr Rousseau in uns könnte mancher Spitzbube vertragen.

Foto Belinda Helmert: Magdeburg, Bodensteiner Brauerei, älteste der Stadt „mächtige Burg“ https://brauerei-bodenstein.de/historie/
Nicht begreifen, nur fühlen
Was war geschehen, dass Rousseau 1762 fliehen musste und weshalb ausgerechnet über Magdeburg? Er hatte den Gesellschaftsvertrag geschrieben, jenes politische und sozialökonomische Traktat, das für meine Werte steht und im Namen der Monarchie, später der Demokratie, verteufelt wurde. Gleichzeitig erschien „Emile oder die Erziehung“, das die Sichtweise auf Gefühle, Entwicklung, Freiheit, Talent, nicht nur bei Kindern veränderte. Hoffentlich trotz aller Reformpädagogik und nicht deswegen. Denn, wie Rousseau gleich zu Beginn schreibt „Alles, was aus den Händen des Schöpfers kommt, ist gut; alles entartet unter den Händen des Menschen.“ Schade, wo der Mensch doch eigentlich von Natur aus gut ist. https://www.europa.clio-online.de/quelle/id/q63-28299
Aufgrund des gegen ihn erlassenen Haftbefehls des französischen Königs, dem vorletzten seiner Geschichte, floh Rousseau in die Schweiz, nahm allerdings nicht den kürzesten Weg, sondern kam Juni 62 dort an. Pikant: er fand Asyl in Môtiers im Val-de-Travers (Neuenburg), das damals unter preußischer Herrschaft stand und wo ihm Friedrich der Große Schutz gewährte. Er verliebte sich dort in den Bieler See. wie später Nietzsche in den Silvaplauna, Engadin. https://blog.nationalmuseum.ch/2019/06/rousseau-und-die-petersinsel/
Am 13. Mai hielt sich Rousseau in Magdeburg auf, wobei – streng geheim – niemand weiß wo genau. Gesichert ist nur das Magdeburger Umland. „Man“ weiß allerdings von Bernhard Basedow: Der berühmte Pädagoge war ein früher und glühender Anhänger von Rousseaus Werk Emile. Er lebte und wirkte ab 1762/1763 in Magdeburg und traf sein Ideal vor den Toren der Stadt. Dies gilt auch für den Schweizer Reformator Johann Georg Sulzer. Zwei Jahre später machte Casanova seine Aufwartung, auch er ein glühender Anhänger Rousseaus. Er befand sich allerdings nicht auf der Flucht, die ihn aus den venezianischen Bleikammern acht Jahre vorher geglückt waren.
Summa summarum befand sich Rousseau auf der sprichwörtlichen Durchreise, keinesfalls hat er übernachtet oder sich der Stadt selbst erfreut. Nun ja, er sagt selbst „Ich habe nichts begriffen, aber alles gefühlt. „https://www.deutschlandfunkkultur.de/grosser-philosoph-der-aufklaerung-102.html. so erging es mir häufig, besonders mit Mathematik und Physik, noch mehr in der Liebe, Wer das Zitat sucht wird auf „Die Bekenntnisse“ (Buch I, Kapitel 2) fündig. https://projekt-gutenberg.org/authors/jean-jacques-rousseau/books/rousseaus-bekenntnisse-erster-theil/chapter/2/ Rousseau selbst spricht von unklaren Vorstellungen, später von Instinkten, die der Vernunft vorauseilen. Subjektivität vor Objektivität, mit anderen Worten.
Dies führt auch zum zweiten Kernsatz: „Der Mensch ist frei geboren, doch überall liegt er in Ketten“. Weshalb das Zitat hier immer endet begreife ich nicht, fühle aber deutlich das Unrecht, denn es handelt sich nicht um eine oktroyierte, sondern eine freiwillige Knechtschaft (ein Gedanke von Etienne de la Boethie, (den Rousseau las) und schlimmer noch, einen der Gründe, weshalb der Mensch heute noch Kriege führt und Sündenböcke für eigenes Fehlverhalten sucht. Der zweite Hauptsatz nach dem Komma lautet „Mancher hält sich für den Herrn seiner Mitmenschen und ist trotzdem mehr Sklave als sie. „
Wie hat sich diese Umwandlung zugetragen? Ich weiß es nicht. Was kann ihr Rechtmäßigkeit verleihen? Diese Frage glaube ich beantworten zu können.“ („Der Gesellschaftsvertrag, Erstes Buch, erstes Kapitel, erster Satz) http://www.zeno.org/Philosophie/M/Rousseau,+Jean-Jacques/Der+Gesellschaftsvertrag/Erstes+Buch/1.+Inhalt+des+ersten+Buches
Gut, in manchen Ausgaben trennt beide Sätze ein Punkt, in anderen ein Semikolon und manchmal auch nur ein Komma. Dass beide Sätze zusammengehören, steht außer Frage und im Original lauten sie: „Lʼhomme est né libre, & partout il est dans les fers. Tel se croit le maître des autres, qui ne
laisse pas dʼêtre plus esclave quʼeu.“ Die Antwort: Der Mensch gibt seinen natürlichen Zustand auf zum Preis der Zivilisation, damit beginnen alle Ketten.

Foto Belinda Helmert: Magdeburg, Sternbrücke, 42 m rund 20 m über der Elbe. Die Stabbogenbrücke wurde 2002 als letzte der sechs Brücken errichtet.
Hängt den Toten
Alle schreiben, Kleist sei gescheitert. Eine Frage der Perspektive. Sicherlich, wenn sich jemand umbringt wegen a) Erfolglosigkeit zu Lebzeiten und b) dem tiefen Gefühl, missverstanden zu werden, was dazu führt, dass er glaubte, aus der Welt gefallen zu sein, so dass ihm niemand helfen könne, dann ifällt das heute unter Depression, Burn Out oder „Weltschmerz“, die Krankheit der Romantik, wie Goethe urteilte. Doch wenn so jemand posthum reüssiert, darf man ihn dann als gescheitert bezeichnen und auf eine Stufe mit all den normalen statistischen Aussteigern stellen ? Auch hier kreuzen sich subjektive Wahrnehmung und objektive Erkenntnis.
Am Thunersee wollte Kleist aussteigen und wie heutige Selbstversorger autark leben nach dem Vorbild Rousseaus.1807 nehmen ihn Bonapartes Agenten im besetzten Berlin als vermeintlichen Spion gefangen. Nach sechs Monaten Festungshaft in Frankreich übersiedelte Kleist .nach Dresden.
Doch zurück zu Magdeburg: Der Dichter reiste nachweislich im November 1801 durch Magdeburg. Er hielt sich dort kurz auf, um sich mit dem Schriftsteller Heinrich Zschokke zu treffen. Während dieses Aufenthalts veranstalteten die beiden Freunde einen Dichterwettstreit, bei dem das berühmte Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ entstand. Die spärlichen Belege finden sich auf dem Kleist-Portal https://kleist-digital.de/suchergebnisse?q=Magdeburg&match=wildcard&distance=5&start=1&max=50&collect=all_kleist&minus
Nein, Magdeburg oder M. findet keine wörtliche Erwähnung in „Michael Kohlhaas“. Der einzige indirekte Bezug ist jedoch historischer Natur:
Dem Vorbild der Novelle, dem Kaufmann Hans Kohlhase, wurden in den Jahren ab 1540 „Brandenburgische Geleite, dergleichen des Erzbischofs zu Magdeburg im Stifte leichtlich erhalten“, zugesprochen.
Hintergrund von Kleists: Um 1800 sorgten in Preußen sowohl die außenpolitischen Misserfolge (Niederlage im Krieg gegen Napoléon) als auch die unklaren innenpolitischen Verhältnisse (unterschiedliches Verhalten deutscher Fürsten gegenüber Napoléon) für Unzufriedenheit. Kleist stellte sich entschieden gegen Frankreich, seine Haltung war reformbestimmt. Bedingt durch die Kantkrise, ausgelöst durch einen (zufälligen) Unfall in der Pferdekutsche auf seiner Reise nach Paris, glaubt nicht mehr an die Planbarkeit des Lebens.
Einige Stücke, v.a. Der zerbrochene Krug und Penthesilea, finden in Magdeburger Theater regelmäßig ihre Aufführung https://www.theater-magdeburg.de/fileadmin/media/bilder/2_Inszenierungen/SZ_25-26/4_Schauspiel_25-26/Penthesilea/Penthesilea_Begleitheft_Druckversion.pdf
Nein, nicht Heinrich von Kleist, der längst aus der Armee ausgetreten war, ergab sich kampflos Napoléon, sondern sein weitläufiger Verwandte, der Gouverneur Franz Kasimir von Kleist übergab die Festungsstadt 1806 kampflos an die Franzosen. https://www.hsozkult.de/event/id/event-56558
Geschah dies aus Feigheit oder Mut? Wollte der General unnötiges Blutvergießen und Zivilopfer vermeiden? Frei nach dem Motto Kanonenkugeln kann man nicht essen verwies der Gouverneur auf die schlechte Versorgungslage der Magdeburger. https://www.epoche-napoleon.net/bio/k/kleist02.html
Der bereits verstorbene General von Kleist wurde posthum vom preußischen König zum Tode verurteilt. Das Thema der Befehlsverweigerung (Insubordination) trotz gutem Ausgangs der Schlacht behandelt Heinrich von Kleist (die sich wohl nie begegneten) unmittelbar nach dem skurrilen Gerichtsurteil in „Prinz Friedrich von Homburg“. https://wortwuchs.net/werke/prinz-friedrich-von-homburg/

Magdeburger Bahnhof, der zum Bahnhof des Jahres 2025 gewählt wurde. https://www.deutschlandfunk.de/jury-zeichnet-hauptbahnhof-von-magdeburg-aus-und-lobt-sanierung-100.html

Foto Belinda Helmert, Magedburger Bahnhof. Architektur zwischen Tradition und Moderne: Historische Fassade trifft frisches Design. Das denkmalgeschützte Bahnhofsgebäude beeindruckt mit seiner Fassade von 1873 im Baustil eines toskanischen Palazzos.







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