
Foto Malte Godglück: Rom, Stadtteil Trevi, Pantheon, Betonkuppel von Innen und einem Durchmesser von über 43 m und einem Gewicht von über 4500 Tonnen in ca. 22 m Höhe. Sie steht damit der Kuppel der Kathedrale Santa Maria del Fiore, dem Dom von Florenz,. nur sehr wenig nach. https://de.wikipedia.org/wiki/Pantheon_(Rom)
Deutsche Poeten in Rom
Die meisten Deutschen denken wohl an ihren Goethe, wenn sie gefragt werden, welche deutsche Schriftsteller sie mit der ewigen Stadt verbinden. Er lebte zwischen 1786 und 1788 in Rom, wo er eineinhalb Jahre verbrachte. Ein ganzer Band Gedichte, die zwazigteilige „Römischen Elegien“ 1795erinnern daran. http://www.goethezeitportal.de/wissen/projektepool/goethe-italien/roemische-elegien.html . Die Texte sind dort auch einsehbar unter http://www.goethezeitportal.de/wissen/projektepool/goethe-italien/roemische-elegien/roem-elegien-text.html Die ersten vier Zeilen lauten „
Saget, Steine, mir an, o sprecht, ihr hohen Paläste!
Straßen, redet ein Wort! Genius, regst du dich nicht?
Ja, es ist alles beseelt in deinen heiligen Mauern,
Ewige Roma; nur mir schweiget noch alles so still.
Wohl bekannt ist auch die Italienreise der Mann-Brüder. Thomas Mann verbrachte gemeinsam mit seinem Bruder Heinrich einen wichtigen Teil seiner künstlerischen Anfänge in Rom, wo er ab 1897 in der Via Torre Argentina 34/III lebte und fern der Heimat mit der Arbeit an den „Buddenbrooks“ begann. Heinrich Mann wiederum gab an, sein Lieblingsroman „Die kleine Stadt“ 1909 wäre ohne Rom als Vorbild undenkbar gewesen.
Alle Dichter aufzuzählen, die in Rom Station machten, wäre müßig, die Frage ist eher beantwortet, wer nicht. Stellvertretend seien daher nur die mir persönlich wichtigsten genannt: Friedrich Nietzsche war mehrmals in Rom, am einflussreichsten war sein Besuch im Frühjahr 1882, wo er die Schriftstellerin Lou Andreas-Salomé traf. Im Mai 1883 wohnte Nietzsche in einer Unterkunft an der Piazza Barberini in Rom mit Blick auf den berühmten Tritonbrunnen (Fontana del Tritone), der von Lorenzo Bernini geschaffen wurde
Rainer M. Rilke weilte 1906/07 in der Stadt am Tiber und widmete dem Brunnen vor der Villa Borghese das Sonett „Römische Fontäne“ – vorgetragen von M. Habich unter https://www.youtube.com/watch?v=5lKzsyCVT28 und nachzulesen auf https://www.zgedichte.de/gedichte/rainer-maria-rilke/roemische-fontaene-villa-borghese.html Es gehört zur Sammlung Ding- Gedichte, mit denen Rilke in Paris begann (u.a. Das Karussell, Der Panther)
Auch Franz Grillparzer (1819) reiste durch die berühmteste Ruinen der Welt (das Forum romanum) und widmete den seine aus 16 Oktetten bestehende Elegie „Die Ruinen des campo vaccino“, die er verstand als „eine Klage über den Untergang der herrlichen klaßischen Zeit“. http://www.gedichte.eu/kl/grillparzer/gedichte3/die-ruinen-des-campo.php. Die erste achtzeilige Strophe beginnt mit „Seid gegrüßt, ihr heil’gen Trümmer, / Auch als Trümmer mir gegrüßt! / Obgleich nur noch Mondesschimmer /Einer Sonn‘, die nicht mehr ist..“
Hugo von Hofmannsthal, von dem ich es erwartet hätte, war dagegen nie in Rom; dafür fand und findet die Oper Elektra, zu der Strauß komponierte und er das Libretto nach seinem Drama umschrieb in der Staatsoper Roms.

Foto Malte Godglück: Rom, Pantheon mit Obeliksken-Brunnen mit Delfinskulpturen aus dem 18. Jahrhundert an der Piazza della Rotonda, Die markante große Kuppel lässt sich in der Nacht kaum erahnen. Der Bau des Pantheons (118-125)geht auf Kaiser Hadrian zurück und diente lange als Grabstätte, u.a. Raffaels. Das Gebäude wird auch Rotunde genannt aufgrund seiner gewaltigen, freitragenden Betonkuppel mit dem kreisrunder Öffnung.
Max Frisch – Mein Name sei…
Der Schweizer Max Frisch (1911 geboren) verbrachte ab 1960 eine bedeutende Zeit in Rom, wo er mit Ingeborg Bachmann eine in der Via Giuseppe di Notaris.bezog und dort für ihn anregende und produktive Jahre erlebt und dort u.a. „Mein Name sei Gantebein“ geschrieben. Seine Eindrücke von Rom gibt er im Video kund https://www.youtube.com/watch?v=LK1n1xnleJU&t=108s Frisch und Bachmann liebten sich 5 Jahre von 58 bis 63; wobei sie zehn weitere Jahre bis zu ihrem Tod in Rom verblieb (sie verbrannte in ihrer Wohnung Via Giulia). Frisch dagegen kehrte zwei Jahre nach der Trennung von der österreichischen Schriftstellerin aus Rom „der herrlichsten Stadt der Welt“ zurück, erlebte noch den Mauerfall und verstarb 91 in Zürich. Ein Film über sein gesamtes Leben ist zu sehen unter https://www.ardmediathek.de/video/planet-schule/max-frisch-autoren-erzaehlen/swr/Y3JpZDovL3N3ci5kZS9hZXgvbzE5ODc3MDc
Max, der den Beruf des Architekten lange Zeit parallel zum Schreiben ausübte gibt in dem Interview an, u.a. „Homo Faber“ wesentliche Impulse aus Rom erhalten zu haben und verdeutlicht dies an der Via Appia. Die Frage nach der Identität und ihren Brüchen kommt in all seinen Werken zum Tragen, am allerdeutlichsten in „Mein Name sei Gantenbein“. Dabei wird sein Motto, er müsse schreiben, weil es schwer ist zu leben ohne etwas auszudrücken durchaus zum Vorschein. Vordem hatte er bereits „Stiller“ und eben „Homo faber“ als Roman abgeschlossen; daneben entstanden in Rom auch mehrere Theaterstücke.
Auszüge aus diesem Gantebein-Werk sind unter https://www.ardmediathek.de/video/kultur-im-norden/max-frisch-liest-aus-mein-name-sei-gantenbein/ndr/Y3JpZDovL25kci5kZS8yYzZmNTczMS0yZjY2LTQxM2ItYmYyNS0yYWYxNDVhMWZkYWU zu hören, einer zwanzigminütigen Leseprobe 1965 mit Frisch selbst.
Der Erzähler erfindet („Ich stelle mir vor:“) mögliche Lebensgeschichten dreier Personen: Da ist Gantenbein, der einen Blinden spielt, um so genauer seine Umwelt beobachten zu können. Oder da ist Enderlin, der immer „ein fremder Herr“ bleibt. Auch Svoboda muß die Erfahrung machen, dass Liebe und Ehe endlich sind. Übrig im Spiel der erdichteten Rollen bleibt allein Gantenbein. Der Autor befindet sich fiktiv im Krisen-Modus. Und über diese weiß er zu sagen: „
„Die Krise ist ein produktiver Zustand. Man muss ihr nur den Beigeschmack von Katastrophe nehmen.“ (Quelle https://www.bbaa.de/fileadmin/user_upload/dummys/75-Gantenbein-PH-Ansicht.pdf) Die Frage ist immer: Wer ist verantwortlich für sein eigenes Leben? Frisch bejaht dies mit aller Vehemenz. Man kann sich immer ein anderes Leben vorstellen und auch wirklich beginnen. Das Leben ist ein Experiment und kannals ständiger Entwurf betrachtet werden.
Das Stück wurde mehrfach als Theater aufgeführt, u.a. mit Matthias Brand 2021 (Berliner Ensemble). Der Lebensentwurf hat nicht funktioniert, eine Liebesgeschichte ist zu Ende, man darf im wahren Leben von Ingeborg Bachmann ausgehen. Eine Annäherung an „Blindnis“, gespielte Blindheit, liefert der hier unten verlinkte Radiobeitrag

Foto Malte Godglück: Rom Brunnen mit Säulenkolonnade
„Ich probiere Geschichten an wie Kleider!“
So beginnt der Roman „Mein Name sei Gantenbein“ nicht mit einer klassischen Handlung, sondern mit der Reflexion des Erzählers über die menschliche Identität Eine Einführung oder vielmehr Begründung, was das Buch so lesenswert macht, liefert ein Artikel in Der literarische Zaunkönig Nr. 2/2016 von Nandi Friedel. https://www.erika-mitterer.org/dokumente/ZK2016-2/friedel_frisch_gantenbein_2016-2.pdf. Sie schätzt neben der präzisen Beobachtung der Mit- und Umwelt vor allem die Irritation, da nichts selbstverständlich, klar oder als gegeben angesehen werden kann. Jedes Ich gleicht einem Entwurf, einer Rolle, die korrigiert werden kann oder vom Leben bisweilen korrigiert wird.Imagination ist alles, die Welt ein einziger Spiegelsaal.
Es geht Frisch um Verantwortung für das eigene Leben, weil sich Verfehlung wie Vollzug nur im eigenen Ich ereignet. Nichts darf hingenommen und unhinterfragt bleiben; gerade die Lüge muss schonungslos aufgedeckt werden, bevor sie sich zur Lebenslüge manifestiert. Der kryptische Satz Wer bin ich, wenn ja, wie viele, wird hier von ihm bereits mehr als nur aufgeworfen und angedeutet.
Der Roman, im gleichnamig adaptierten Theaterstück gespielt von Matthias Brandt als multipersonaler Ich Erzähler, wurde während der Choleraepidemie entworfen und auch vor Publikum 2021 gespielt. Er hat aufgrund seiner Eingeschlossenheit einen aktuellen Bezug zu Sartre, dem Existentialismus (wer kann ich, wer will ich sein) und allen getroffenen politischen Entscheidungen, die wichtiger sind als biografische Rahmenbedingungen. Schließlich kann der Spiegel (der Rahmen, framing) ausgetauscht werden, aber nicht die Person, die ihn hält und hineinblickt, sofern der Spiegel die Metapher für den Lebensentwurf ist.

Foto Malte Godglück: Rom, Esquillino, Oper Teatro dell’Apera di Roma, mit 2200 Plätzen Eröffnung 1880 nach 18-monatiger Bauzeit, also zwei Schwangerschaften. Letzter Umbau 1956. Die erste Aufführung war ein Rossini. https://www.turismoroma.it/de/places/teatro-dell%E2%80%99opera

Foto Malte Godglück: Oper, Innensaal
Gefangener seiner selbst
Mit Frisch‘ Gantenbein wird klar, wir sind Wärter und Gefangene in der eigenen Wartburg. Niemand zwingt uns zu einem bestimmten Lebensstil, fast alles ist möglich, wenngleich manches sehr schwierig erscheint, aber zweifellos ist es der einzige Weg, seine persönliche Wahrheit zu finden und nicht sich als Opfer ungewollter oder unverschuldeter Lebensentwürfe zu stilisieren. Der Weg ins Freie fängt mit der eigenen Demaskierung an.
So lautet einer der einprägendsten Sätze im Roman: „Jeder Mensch erfindet sich früher oder später eine Geschichte, die er für sein Leben hält““. (Quelle: https://sz-magazin.sueddeutsche.de/das-beste-aus-aller-welt/das-beste-aus-aller-welt-78987
Axel Hacke, der Autor der SZ fragt, ob wir alle Darsteller in einem Schundroman sind. Grundsätzlich beantwortet Frisch die Frage jeweils mit Ja: wir sind sowohl Mimen als auch Regisseure. Der Aufhänger des Artikels ist keineswegs der Roman oder die persona Frisch, sondern die vielen gefakten Darstellungen bzw. Geschichten, die Menschen für ihr eigenes Leben halten, weil sie daran glauben wollen, um kein eigenes führen zu müssen. Beispiel liefert im das historischen Ambiente wie etwa Schwertkämpfer auf der Spanischen Treppe Roms oder vor dem Kolosseum. Das sind Menschen, die davon leben, sich -als römische Legionäre verkleidet vor dem Kolosseum zusammen mit Touristen fotografieren zu lassen und sie können es auch.
„Die Kunst ist der Statthalter der Utopie.“ Auch dieser Satz stammt von Frisch und umreißt, was in „Gantebein“ geschieht und was nicht. Denn Kunst ist auch Kult des Irrtums. Und dies alles führt dazu, man „die Wahrheit dem anderen wie einen Mantel hinhalten soll, so dass er hineinschlüpfen kann -und nicht wie ein nasses Tuch um den Kopf schlagen soll. Wahrheit wird selten geglaubt.
Frisch hörte zehn Jahre auf zu schreiben und er hielt auch das Meiste für nicht gelungen. Die Gesellschaft macht sich ein Bild von einer Figur und zwingt damit eine Person so zu sein, wie sie ihn sieht. Es sind immer die anderen, die durch ihre Projektionen für das Selbstbild sorgen, wenn man sich nicht dagegen wehrt. Eine Kollektivschuld lehrt Frisch, der an die Selbstbestimmung und Eigenverantwortung des Individuums glaubt, ab, dennoch zeigt er in seinem Drama „Andorra“ (Uraufführung in Zürich, 1961), dass der Mord am angeblichen Juden Andi in einem Terrorsystem (Andorra steht für Faschismus) und damit das berühmte Bauernopfer durchaus Bestand hat, weil einer ja für alle büßen muss.
Auch in Andorra geht es darum, wer wir sind und dass wir alle es schwer haben, die zu sein oder zu werden, die wir wirklich sein können und wollen, weil eine große Gruppe Einfluss auf das eigene Selbstbild nimmt. Nur eine, nämlich die Verlobte Barblin, hält zu Andi und zudem Widerstandskämpferin gegen die Schwarzen, wie die Faschisten in „Andorra“ heißen. Sie zumindest zeigt, dass Zivilcourage eine individuelle Leistung darstellt und niemand sich allein hinter der anonymen Wand der Anderen verstecken muss. Sie und Adi sind zudem in den zwölf Bildern die einzigen Personen, die einen Namen und damit Individualität zugesprochen bekommen. Alle anderen sind Gefangene des Systems, allerdings laut Frisch eines selbst geschaffenen, denn der FAschismus ist nicht vom Himmel gefallen.

Foto Malte Godglück: Rom, Staddteil Borgo Engelsburg am rechten Ufer der Tiber, mit 405 km Länge nach dem Po und der Etsch der drittlängste Fluss in Italien. Die Engelsburg, ursprüngliches Mausoleum und später Fluchtburg der Päpste sowie Gefängnis, in dem u.a. während der Inquisition Giordano Bruno gefangen gehalten wurde, ist heute eines der bekanntesten Museen und Wahrzeichen der Stadt. https://engelsburgrom.com/

Foto Malte Godglück: Rom, Engelsburg, Innenhof aus römischen (rötlichen) Beton. Erst spät, 40 Jahre nach Staatsgründung, ging de Festung (Puccinis „Tosca“ spielt hier) und das wohl bekannteste Gefängnis des Vatikans in die Hand der italienischen Regierung über.https://de.wikipedia.org/wiki/Engelsburg
Was bedeutet es, ein Nonkonformist sind
Laut Frisch gibt es die Weltveränderer und die für einen guten Zweck mitunter jedes Mittel gebrauchen und andere, die Mittel nicht gebrauchen wollen, weil sie in sich verachtenswert sind. Es sind keine Konformisten, sondern lediglich das Gewissen. Politisch zu handeln muss nicht Aktivität beinhalten, sondern es muss, um Kritiker zu sein, auch eine Passivität erlaubt sein. Frisch hält sich für einen Kritiker und damit Nonkonformisten, ohne diese Rolle als wichtiger oder moralischer zu nehmen als den politischen Aktivisten, der notfalls über Leichen gehen muss. Zu hören ist dies am Ende seines achtminütigen Selbstinterviews https://www.youtube.com/watch?v=o1ZLxOJzeQY
Nicht nur Gantenbein probiert viele Identitäten aus, im Grunde tut dies jeder Schriftsteller und Max Frisch tat es eben öffentlich und im Besonderen, weil es zu seinem Lebens- und Leitmotiv wurde, sich vorzustellen, er könnte jemand anders sein. Er sah sich als kritischen Beobachter dazu verpflichtet, Rollen und Perspektiven zu wechseln und nicht greifbar zu sein für eine Sache, eine Idee. Für einen Schweizer ungewöhnlich sympahtisierte er mit dem Kommunismus, mehr aber noch mit der italienischen Lebensfreude. die italienische KP war die größte Westeuropas und besaß aufgrund ihres konsequenten Widerstands gegen den Faschismus hohes Ansehen.
Max Frisch war kein Kommunist, sondern ein kritischer politischer Bürger, der sich für Freiheit, Gerechtigkeit und Minderheitenrechte einsetzte. Er war ein wichtiger linker Intellektueller, der sich jedoch auch kritisch mit den politischen Umständen auseinandersetzte, wie beispielsweise die Machtübernahme der Kommunisten in der Tschechoslowakei in seinem Werk Biedermann und die Brandstifter thematisiert wurde.
Sein Stil ist geprägt von einer knappen, lakonischen Sprache und einer fragmentarischen, nicht-linearen Erzählweise, die oft durch den Einsatz von Tagebüchern, Dialogen und verschiedenen Erzählperspektiven erreicht wird. Allerdings wandelte er sich wie seine Personen auf der Suche nach Identität, zu der auch die Unvereinbarkeit von Familie und Beruf zählte. Die Radikalität des Bruches wird am deutlichsten Gegenstand im Roman „Stiller“, den Frisch persönlich sogar noch vor “ Gantenbein“ und „Homo Faber“ einordnete. https://www.getabstract.com/de/zusammenfassung/stiller/3415 Mit diesem Schlüsselroman entschied sich Faber gegen seine Ehe und das Leben als Architekt; er erfand sich wirklich so neu wie Stiller / White.

Foto Malte Godglück, Reiterstatue von Garibaldi . Sie befindet sich auf dem Janiculum-Hügel mit Blick auf die gesamte Stadt Rom. Aus Bronze gefertigt, wurde es auf einen Marmorsockel gelegt, auch dieser ist verziert, hat an den Seiten viele Reliefs, die die Schlachten des Helden erzählen, der zur Geburt des Königreichs Italien beigetragen hat.Die Bronzestatue wird von allegorischen Skulpturen und Szenen garibaldinischer Schlachten flankiert
Was von Frisch bleibt
Du musst dein Leben ändern, denn andere tun es nicht. Wer sich hinter Problemen versteckt, der wird schließlich selbst ein Problemfall. „Behaust unbehaust“ heißt der Radiobetrag anlässlich seines 30. Todestages 2021; er zielt ab auf seine Flucht vor aller Gewohnheit des Bürgerlichen, die geistig träge macht, zumindest nach Auffassung des Autors, der nichts mehr als Wiederholung hasste. https://www.deutschlandfunkkultur.de/der-schriftsteller-max-frisch-behaust-unbehaust-100.html
Wenngleich Frisch keine ausgewiesene Vorliebe zu einem bestimmten Philosophen pflegte, so lässt sich „Stiller“ gut mit Kierkegaard und dem Konflikt zwischen ästhetischen und ethischen Stadium umschreiben, wobei Frisch kein Christ, sondern bekennender Agnostiker war. Die Suche nach Gott hießt für ihn immer sich auf den Weg nach einem persönlichen Glauben zu machen, der frei bleibt von Konfession.
Mit sich selbst identisch werden, um Frischs Worte aufzugreifen, gelingt nur, wenn ein Mensch den Mut findet, die enge Kammer
akademischer Gelehrsamkeit (oder jede andere Zwingburg unserer nur scheinbar unendlich wichtigen Tätigkeiten) zu verlassen und sein Gretchen zu suchen, zu finden und, anders als Goethes Faust, von ganzem Herzen aufrichtig zu lieben. Quelle https://content.bautz.de/neuerscheinungen-2004/pdf/9783883092126.pdf

Foto Malte Godglück: Rom, Reiterdenkmal Garribaldi. Selbes Motiv, das die Pinien besser zur Geltung bringt. Die Bronzestatue wurde 1895 errichtet.

Foto Malte Godglück: Rom, Zitronenbaum. Zitrusfrüchte können am besten auf dem Aventin-Hügel im Orangengarten bestaunt werden. Dieser liegt im Qurtier Ripa, auf dem südlichsten der sieben Hügel Roms.






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